1.jpg10.jpg11.jpg12.jpg13.jpg14.jpg15.jpg16.jpg17.jpg18.jpg19.jpg2.jpg3.jpg4.jpg5.jpg6.jpg7.jpg8.jpg9.jpg

„Miau! Mio! Miau! Mio! – zu Hilf! Das Kind brennt lichterloh“ reimte vor mehr als einem Jahrhundert der Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann im „Struwwelpeter“. Kinder frühzeitig mit dem Umgang mit Feuer vertraut zu machen, war zu Hoffmanns Zeiten selbstverständlich, denn in jedem Haus brannten Feuer, spendeten Wärme, Licht oder dienten als Kochstelle. Brennbare Baustoffe wurden mehr als heute verwendet, Bauvorschriften, die das rasche Ausbreiten eines Brandes hätten verhindern können, gab es nicht. Ein Feuer, das außer Kontrolle geriet, konnte leicht ganze Dörfer vernichten.

Brandschutzerziehung - im Gesetz verankert

Hessens Feuerwehren werden jährlich zu mehr als 13 000 Bränden gerufen. Viele Brände entstehen durch unbedachtes zündeln von Kindern. Dabei werden nicht nur erhebliche Sachwerte vernichtet, in vielen Fällen gefährden sich Kinder selbst oder andere Menschen. Hier setzt die heutige Brandschutzerziehung an.

Mit der Einführung des hessischen Gesetzes über den Brandschutz, die allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (HBKG) vom 17. Dezember 1998, wurde die Brandschutzerziehung und -aufklärung erstmals im Gesetz verankert und hat bis heute Bestand. Dies kann man zweifelsohne als wichtigen Meilenstein zur Brandverhütung bezeichnen.

Ziele der Brandschutzerziehung

Die Brandschutzerziehung beginnt bereits im Kindergartenalter der Kinder und geht bis ins Schulalter hinein. Ziel ist es den Kindern spielerisch wichtige Themen zum Brandschutz zu vermitteln. Sie sollen Brandgefahren erkennen und die Wirkung von Feuer und Rauch richtig einschätzen können.

Sie erlernen geeignete Verhaltensweisen bei Bränden und den richtigen Umgang mit Zündmitteln. Zudem wird der Verbrennungsvorgang und Löschverfahren vermittelt. Indem man durch gezielte Brandschutzerziehung das Bewusstsein der Kinder für die Gefahren mit Feuer ausprägt, werden wichtige Ziele für den Brandschutz erreicht. Es wird weniger verletzte und getötete Kinder geben. Brandschäden werden verringert und weniger Sachwerte werden beschädigt.

Darüber hinaus erhöht es das Brandschutzbewusstsein in der Bevölkerung und das Ansehen der Feuerwehr in der Öffentlichkeit. Dazu dienen Malbücher und Spiele, Vorführungen und Gespräche. Neben den Besuchern der Brandschutzerzieher im Kindergarten oder in der Schule steht oft auch ein Besuch einer Feuerwache auf dem Programm. Für die Feuerwehren im Landkreis Darmstadt – Dieburg stehen diverse Hilfsmittel zu Verfügung, die im Amt für Brand- und Katastrophenschutz ausgeliehen werden können.

 

Brandschutzerziehung an Schulen

Die Feuerwehren vermitteln gerne ihre Kenntnisse hinsichtlich der Brandschutzerziehung und freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen.

Da der Dienst unserer Feuerwehren freiwillig ist, bitten wir um die Berücksichtigung einer Vorlaufzeit von 2-3 Monaten, damit die Brandschutzerziehungsmodule zeitlich eingeplant werden können.

Für die Schulen und Feuerwehren stellen wir altersgerechtes Arbeitsmaterial zur Verfügung, damit der theoretische Teil der Brandschutzerziehung von den Lehrern vermittelt werden kann und der praktische Teil ergänzend von den Ausbildern der Feuerwehren.

Ansprechpartner / Infos zur Brandschutzerziehung an Schulen:
Frau Karin Ewald
Brandschutzamt Darmstadt – Dieburg
Tel.: 06071 – 963915
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Brandschutzerziehung  für die 3. und 4. Klassen der Grundschulen:

Modul 1: 
Projekttag
(Ansprechpartner: örtliche Feuerwehr)  

a)  Ort: Feuerwehrhaus

Während des Besuches im Feuerwehrhaus lernen die Schülerinnen und Schüler anschaulich die Aufgaben und Ausrüstungen der Feuerwehr kennen, sowie die Fahrzeuge mit den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten, sie erfahren was nach einem Notruf passiert.

b)  Ort: Schule

Ziel des Projekttages ist der verantwortungsvolle Umgang mit dem Feuer und das Verhalten im Brandfall, zu dem auch die Inhalte einer Alarmierung gehören.  Die Schülerinnen und Schüler lernen die Brandursachen bzw. Brandgefahren zu erkennen und ihnen vorzubeugen. Das Löschen eines Feuers und der Umgang mit dem Feuerlöschgerät werden dargestellt und die Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in die wesentlichen Tätigkeiten und Ausrüstungen der Feuerwehr.

Modul 2: 
Projektwoche 
(Ansprechpartner: örtliche Feuerwehr)   

In der Projektwoche werden die Themen des Projekttages vertieft. Die Schülerinnen und Schüler gewinnen Einblicke in die Tätigkeitsbereiche und die Ausrüstung der Feuerwehr. Anhand von kleinen Versuchen erhalten sie anschauliche Informationen über das Brandverhalten von Materialien und Stoffen, sowie das Löschen eines Brandes. Zusätzlich zum aktiven Brandschutz bekommen die Schülerinnen und Schüler auch Informationen über den vorbeugenden Brandschutz. Die Projektwoche wird mit einem Besuch bei der örtlichen Feuerwehr abgerundet. Dort werden den Schülern die Fahrzeuge mit den Einsatzmöglichkeiten, die Handhabung der Atemschutzgeräte und der wasserführenden Geräte erklärt.

Modul 3: 
AG Brandschutz

(Arbeitsmaterial, Kooperationsvertrag Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Einmal in der Woche besuchen die Schülerinnen und Schüler nachmittags für 2 Schulstunden das Feuerwehrhaus um dort spielerisch wichtige Informationen zum Verhalten in Notlagen einzuüben. Die AG Teilnehmer erhalten wie die Jugendlichen der Jugendfeuerwehr eine Feuerwehr-Schutzkleidung und üben das Erlernte auch in der Praxis mit den Löschfahrzeugen. Kernpunkt der AG ist neben der Brand- und Feuerwehrkunde das Vermitteln von Qualifikationen wie Teamgeist, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Kritikfähigkeit, Übernahme von Verantwortung und die Erkenntnis, dass man das Ziel in der Feuerwehr nur in der Gruppe gemeinsam erreichen kann.

 

Brandschutzerziehung an weiterführenden Schulen:

Modul 4: 
Verschiedene Infotage im Rahmen des Schulunterrichtes für die 7. bis 10. Klassen
(Arbeitsmaterial, Kooperationsvertrag Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

a) In der ersten Schulstunde werden durch Fotos, Filme und Versuchsaufbauten die Gefahren und das richtige Verhalten im Brandfall veranschaulicht, wobei der Dialog mit den Schülern im Vordergrund steht. In der zweiten Schulstunde erfolgt der praktische Teil, mittels der Übungsanlage der Feuerwehr können die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit dem Feuerlöschgerät und das Löschen von verschiedenen Bränden üben.

b) Im Rahmen der Berufsorientierung werden den Schülerinnen und Schülern die verschieden Ausbildungen und Berufsbilder im Feuerwehrbereich vorgestellt.

c) Während eines Equal Days lernen die Schülerinnen und Schüler  die Aufgaben und Tätigkeiten der Feuerwehr kennen, sowie die Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsbilder.                                   

 

Modul 5:
Schulbegleitender Unterricht für Gesamtschulen und berufsbildende Schulen
(Arbeitsmaterial, Kooperationsvertrag Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit Schulbegleitend einen Erste-Hilfekurs und den „Grundlehrgang der Freiwilligen Feuerwehr“ abzuschließen, dadurch wird ihnen die Möglichkeit zu einer weiteren Berufsausbildung eröffnet. Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Feuerwehr-Schutzkleidung und üben an den echten Geräten mit den Ausbildern der Feuerwehr und des Rettungsdienstes. Sie erlernen die Tätigkeiten der Feuerwehr wie Fahrzeug- und Gerätekunde, technische Hilfeleistung, Löschen, Bergen, Retten, Verhalten bei Gefahr.

Die Ausbildungszeit umfasst 70 Zeitstunden und findet wöchentlich (2 Zeitstunden am Nachmittag) und an 

  • 4 Samstagen (8 Zeitstunden) statt.
  • Es besteht Anwesenheitspflicht.
  • Voraussetzung: Mindestalter 16 Jahre, Mindestteilnehmerzahl 14 Schüler/innen

Die Ausübung dieses Ehrenamtes ist positiv für den Lebenslauf der Schüler/innen.

Joomla templates by a4joomla